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Haus Jacobsen
Sanierung eines DENKMALGESCHÜTZTEN Atriumhauses
 

Im Rahmen der internationalen Bauausstellung „Interbau 1957“ entwickelte der Architekt Arne Jacobsen für das Berliner Hansaviertel eine Gruppe von eingeschossigen Atriumhäusern. Die Häuser haben zu ihrer Nordseite eine geschlossene Fassade und orientieren sich vollständig nach Süden. Die Funktionsbereiche – Nebenräume, Schlafräume, Küche und Wohnraum – sind in von Norden nach Süden gestaffelten Schichten angelegt. Quer zu diesen Schichten wird das Gebäude entlang seiner Westwand erschlossen. Eine lange Blickachse vom Eingang bis in den Garten leitet den Besucher durch das Gebäude.

Grundriss

Die Fassaden sind - analog zum Grundrissprinzip - in funktionalen Schichten angelegt: Unterhalb der Decke ein Band aus Teakholzlamellen mit dahinter angeordneten Lüftungsklappen, darunter Festverglasungen, die Brüstungen mit lackierten Holzplatten verkleidet. Durch den gezielten Einsatz von nuancierten Farbtönen und unbehandelten Holzoberflächen wird die konstruktive Fügung der Bauteile zum bestimmenden Thema des Gebäudes. Bemerkenswert ist die sorgfältige Detaillierung der Pfosten-Riegel-Fassaden und der aus Teakholz gefertigten Einbaumöbel, die dem prinzipiell einfachen Gebäude eine elegante Erscheinung verleihen.

   

Atrium und Garten (IBA 1957 und heute)
 
   

Das Gebäude wurde denkmalgerecht instand gesetzt und behutsam modernisiert. Dabei stand der Erhalt originaler Bausubstanz im Vordergrund. Die Farboberflächen von Fassaden, Innenwänden und Einbaumöbeln wurden rekonstruiert und in den Bereichen, für die keine gesicherten Erkenntnisse vorlagen, von uns auf Grundlage der von Jacobsen angewendeten Farbskala neu abgestimmt.

Als neues gestalterisches Element wurde in Anlehnung an Jacobsens ursprüngliche Planung in den Wohnräumen und Fluren ein durchgehender hochglänzender Kunstharzbelag eingebracht, der den kompakten Innenraum nun großzügig und licht erscheinen lässt. Bewegliches Mobiliar, das fast vollständig aus den 50er und 60er Jahren stammt, wurde ebenfalls aufgearbeitet, so dass das Gebäude als stimmiges Gesamtwerk zur Geltung kommt.

   

Wohnraum (IBA 1957 und heute)
 
   

Küche (IBA 1957 und heute)
 
   

Küche (IBA 1957 und heute)
 
   

Arne Jacobsen, geboren 1902 in Kopenhagen, gilt als einer der international anerkanntesten Architekten der Nachkriegsmoderne. Sein Lebenswerk umfasst ca. 300 abgeschlossene Projekte aus den Bereichen Architektur, Industrie-, Möbel- und Textildesign. Designklassiker wurden seine Sitzmöbel für die Firma Fritz Hansen, das AJ-Geschirr, die Armaturen für die Firma Vola, sowie diverse Leuchtenentwürfe. Zu den bekanntesten Bauten zählen die Wohnanlage Bellavista, die Rathäuser von Åarhus und Rødovre, die Søholm-Reihenhäuser, die Munkegårtschule, das SAS-Hotel in Kopenhagen, sowie das St. Catherine’s College in Oxford.

Auftraggeber Privat
Architekt Kirsten Schemel Architekten BDA Kooperation mit DIPL. ING. Henning von Wedemeyer ARCHITEKT
Partner Statik Pichler Ingenieure Berlin, Haustechnik Planungsbüro Spielberg Berlin
Restaurierung der Fassaden und Möbel: Restaurierungswerkstätten Berlin
Ort Hansaviertel Berlin
Planung und Bauzeit Mai 04 - Feb 05
Grösse
180 qm
Leistungsphasen 1-8 HOAI Konzept, Entwurf, Planung, Bauleitung

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