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Haus Krahn
Umbau und Sanierung eines Atriumhauses
 

Das Gebäude entstand im Rahmen der internationalen Bauausstellung "Interbau 1957" im Berliner Hansaviertel als eines von drei Atriumhäusern des Architekten Johannes Krahn. Die Hausgruppe befindet sich am westlichen Rand der so genannten Teppichbebauung an der Nahtstelle zur Parklandschaft. Die zum Park hin offene kammartige Struktur der Gebäude umschloss im öffentlichen Grünraum private Gartenbereiche.

Die Intention, durch Verwebung von privatem und öffentlichem Raum die Bewohner in der Parklandschaft des Hansaviertels wohnen zu lassen, ist aus heutiger Sicht als nicht einzulösende Utopie zu werten. Die Gärten sind heute ummauert, und die besondere Qualität der nach außen verschlossenen Gebäude besteht in der Abfolge von Innenräumen und Innenhöfen.

   
1957   2004   2006

Die Aussenfassaden des Gebäudes wurden von uns wieder an ihren historischen Zustand herangeführt, der Innenraum wurde jedoch neu strukturiert. Durch das Entfernen von Wänden schufen wir einen großzügigen Wohnraum, der - gegliedert in Wohn-, Koch-, Ess- und Bibliotheksbereich - den zentralen Hof dreiseitig umfließt und neue Blickbeziehungen in die Aussenräume eröffnet.

Die Gestaltung der historischen Terrassentüren, deren Rahmen schwarz und deren Öffnungsflügel weiß gestrichen waren, wurde zum Ausgangspunkt der neuen Innenraumarchitektur, die ausschließlich auf dunklen und hellen Materialtönungen basiert. Auf einem im gesamten Haus verlegten Wenge-Parkett sind Garderobe, Küche, Ablagen und Sitzbänke als autonome Objekte aus dunklem Holz und Schiefer gestaltet. Das Parkett findet in der Lärchendielung der Höfe eine schwellenlose Fortsetzung, wodurch sich Innen- und Aussenraum unmittelbar verbinden.

Johannes Krahn, 1908-1974, war als Architekt und Stadtplaner international tätig. Den Schwerpnkt seiner Arbeiten bildeten Gebäude für Kultur und Verwaltung sowie Sakralbauten. Zu seinen bedeutensten Projekten zählen der Wiederaufbau der Frankfurter Paulskirche (1946-1948), die Deutsche Botschaft in Neu-Delhi, das Deutsche Haus in der Cite Universitaire in Paris (1953-1955), sowie in Frankfurt das „Bienenkorbhaus“ an der Konstablerwache (1956), des Gebäude der Philipp Holzmann AG (1968) und das City-Haus (1974).

Bauherr Privat
Architekt
Kirsten Schemel Architekten BDA Kooperation mit DIPL. ING. Henning von Wedemeyer ARCHITEKT
Partner Statik Pichler Ingenieure Berlin, Haustechnik Planungsbüro Spielberg Berlin
Ort Hansaviertel Berlin
Planung und Bauzeit Mai 04 - Aug 06
Grösse
210 qm
Leistungsphasen 1-8 HOAI Konzept, Entwurf, Planung, Bauleitung

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