Im Zuge der Sanierung des Gebäudekomplexes
wurde ein ehemaliger Außenraum durch den Einbau einer 20 Meter hohen
Sichtbetonwand in einen überdachten Lichthof umgewandelt. Die Aufgabe
bestand darin, diese Wand künstlerisch aufzuwerten.
In die gegebene vertikale Gliederung der Wand sollen fünf Reihen
aus elektrochromen Glasscheiben installiert werden. Elektrochromes Glas
hat die Eigenschaft, sich unter elektrischer Ladung färben und entfärben
zu können. Auf dem Dach des Gebäudes platzierte meteorologische
Sensoren liefern Messwerte der aktuellen Wetterlage an die Steuerung der
Glasscheiben. Jede der Reihen dient als Skala für einen bestimmten
Messwert, der sich als graduelle Einfärbung in den Scheiben abzeichnet.
Das Ergebnis ist ein sich ununterbrochen veränderndes Wandbild.
Die Installation baut eine Schnittstelle zwischen Innen- und Außenraum
und zwischen dem ursprünglichen und heutigen Zustand des Hofs auf.
Die abstrakte Ästhetik der freien Schwerpunktbildungen von blauer
Farbe auf der Betonwand - je nach Farbintensität überblendet
von durchscheinendem Sichtbeton und Reflektionen der historischen Klinkerfassade
- wird darüber hinaus als Träger genormter Wetterdaten lesbar.
Die Installation entfaltet so eine Wechselwirkung zwischen „Bild“
und „Bedeutung“, zwischen der ästhetischen Erfahrung
der technologisch umgewandelten Wetterdynamik und ihrer Lesbarkeit als
Wetterstation, die ein kommunikatives Potential beinhaltet.
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